EIN WICHTIGER MEILENSTEIN IN DER GESCHICHTE DER DEUTSCHEN HANDELSSCHIFFFAHRT

WESSELS BAUT DAS WELTWEIT ERSTE CONTAINERSCHIFF MIT LNG-ANTRIEB

WESSELS SETZT EIN ZEICHEN IM BEREICH UMWELTSCHUTZ


Für unser Unternehmen stehen Nachhaltigkeit und Umweltschutz mit ganz oben. Durch die Umrüstung des weltweit ersten Containerschiffes auf LNG-Betrieb möchten auch wir unseren Beitrag zum Umweltschutz liefern, denn Flüssigerdgas als Schiffskraftstoff trägt zur Senkung der Luftschadstoffemissionen bei.

LNG verursacht aufgrund seines Hauptbestandteiles Methan keinerlei Schwefeloxid-Emissionen (SOx). So wird der Stickoxid-Ausstoß (NOx) um bis zu 90 Prozent und Partikel-Emissionen um rund 98 Prozent reduziert. Die besondere finanzielle Förderung des Umbaus im Namen des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zeigt, dass wir so auf dem richtigen Weg sind. Die WES AMELIE wird nicht das letzte Schiff unserer Flotte sein, das eine Umrüstung auf LNG erfährt.


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Der Umbau ist vollbracht!

September 2017 - Es ist vollbracht - nach langer Planungs- und Umbauphase ist die "WES AMELIE" bereit für ihre erste große Fahrt mit LNG-Antrieb. Die erste Betankung Anfang August 2017 mit dem sauberen Flüssigerdgas am Kühlhauskai in Bremerhaven lief absolut problemfrei. Die Lieferung des umweltfreundlichen Schiffskraftstoffs erfolgte durch das Hamburger Unternehmen Nauticor per Lkw. 





Kurs halten: Nachfrage schafft Infrastruktur


Der Ausbau von LNG in der maritimen Wirtschaft leidet unter einem – auch in anderen Bereichen – bekannten „Phänomen“. Dem sogenannten „Henne-Ei-Problem“. Auf LNG herunter gebrochen heißt das: Ohne aktuelle Nachfrage wird es auch keine belastbare LNG-Infrastruktur (oder Angebot) geben – und umgekehrt. Für beide Seiten ist der finanzielle Anreiz zu niedrig und das unternehmerische Risiko zu hoch, um aktiv zu werden.

Die Folge: Aktuell reicht die bestehende LNG-Infrastruktur (Verflüssigungsanlagen, Lagerkapazitäten, Bunkereinrichtungen) selbst in hochfrequentierten Häfen für eine flächendeckende Versorgung von Seeschiffen bei weitem (noch) nicht aus. Solange der Vorteil des LNG-Einsatzes aufgrund einer unzureichenden LNG-Versorgung nicht realisiert werden kann, werden die Schiffseigner in der aktuell noch angespannten Marktphase aber nicht bereit sein das volle Investitionsrisiko zu tragen.

Unser aktuelles LNG-Projekt hat somit auch das Ziel, wichtige Impulse für die Schaffung einer soliden LNG-Nachfragestruktur zu setzen und so den Aufbau einer belastbaren LNG-Infrastruktur (logistisch wie rechtlich) voranzutreiben. 

Wir sind überzeugt: Die sukzessive Umrüstung von bereits in Fahrt befindlichen Schiffseinheiten wird die Nachfrage nach LNG und somit dem zwingend erforderlichen Ausbau der LNG-Infrastruktur durch die Lieferindustrie weiter stimulieren.

Fahrt aufnehmen: Das Schiff ­ der Umbau

2.1 Das Schiff 

Bei der Auswahl des Schiffes wurde explizit darauf geachtet, dass möglichst weitere Folgeprojekte von dieser ersten Umrüstung profitieren. Für die Umrüstung wurde daher die „Wes Amelie“, ein 1.000 TEU Feeder-Containerschiff, ausgewählt. Dieses junge Schiff wurde in einer größeren Serie gebaut, welche ebenfalls überwiegend im europäischen Feederverkehr beschäftigt sind. 16 baugleiche Schwesterschiffe stünden allein für eine identische LNG-Umrüstung zur Verfügung. 

Aber auch Schiffseinheiten anderer Reedereien werden von den praktischen Erfahrungen, die in diesem Pilotprojekt gesammelt werden, profitieren. Mit dem Anstieg der Stückzahl würden sich zukünftige Umrüstungen betriebswirtschaftlich immer stärker rechnen. Generell lässt sich so sukzessive das Budget für weitere LNG-Umrüstungsprojekte deutlich reduzieren. Eine finanzielle Förderung könnte so langfristig obsolet werden.



2.2  Der Umbau – Fahrplan, technische Details und Partner

2.2.1 Der Fahrplan 

Der Umbau des Schiffes wird auf einer deutschen Werft erfolgen. Das Ausschreibungsverfahren hierzu läuft aktuell noch. Die Umrüstung der „Wes Amelie“ wird 30 Tage in Anspruch nehmen. Daran schließt sich noch ein Testlauf von ca. 5 Tagen an. Die Inbetriebnahme des dann LNG-fähigen Schiffes ist für Anfang Dezember 2016 vorgesehen.


2.2.2 Die technischen Details

Die Antriebsanlage des Containerschiffes soll auf „Dual Fuel Betrieb“ umgerüstet werden. Das heißt: In der SECA-Zone soll anstatt mit Schweröl (und Abgasreinigungsanlage) oder Marinedieselöl hauptsächlich der Einsatz von LNG als Treibstoff ermöglicht werden. Hierfür sind ein umfangreicher Umbau der gesamten Maschinenanlage sowie der Einbau eines LNG-Tanks erforderlich. 

Mit der Umrüstung der Hauptmaschine auf LNG-Betrieb erfüllt das Schiff auch die  Unterschreitung von Emissionsanforderungen seitens der IMO für Stickoxide und Schwefeloxide. Darüber hinaus wird eine deutliche Reduktion der Partikelemission und des CO2-Ausstoßes erzielt. Somit wird das Schiff auch die zukünftigen strengen Anforderungen gemäß Tier III der Emissionsgesetzgebung durch die IMO, die insbesondere auf die Stickoxidreduzierung um 80% abzielt, bereits im Jahre 2016 erfüllen.

2.2.3 Die Partner

Neben der Reederei Wessels, die das Projekt nautisch/technisch begleitet und entsprechende Fachleute (Schiffsbetriebsingenieure, Schiffsbetriebstechniker und Nautiker) stellt, sind folgende Partner für die Projektumsetzung vorgesehen: 

MAN Diesel & Turbo:  Die verbaute Hauptmaschine des Schiffes vom Typ 8L48/60 B ist vom Hersteller MAN Diesel & Turbo. Die Umrüstung muss vom Hersteller der Antriebsanlage erfolgen, da nur der Hersteller das erforderliche Umrüstungspaket liefern kann. MAN Diesel & Turbo liefert für die Umrüstung sowohl das erforderliche Engineering als auch die erforderlichen Umrüstungskomponenten.

Bureau Veritas (BV): Das Schiff ist während der Bauphase durch das BV klassifiziert worden. BV ist auch jetzt noch die Klassifikationsgesellschaft für das Schiff. Es begleitet die Umrüstung und kontrolliert gemäß Regularien und Auflagen die Schiffsbetriebssicherheit und nimmt die Umbaumaßnahme letztlich ab.

SMB Naval Architects & Consultants: SMB ist das Ingenieurbüro, das die erforderlichen Berechnungen und Zeichnungen für den Um- und Einbau liefern wird.

TGE Marine Gas Engineering: TGE liefert den Tank und die erforderliche LNG-Peripherie zwischen Tank und Hauptmaschine.

LNG-Flagge zeigen: Erste Schritte - erste Förderung

1.1 Erste Schritte

Schon seit 2013 prüft die Reederei Wessels gemeinsam mit dem Hauptmaschinenhersteller MAN Diesel & Turbo und TGE Marine Gas Engineering eine mögliche Umrüstung der Antriebsanlagen ihrer 1.000 TEU-Containerschiffe vom Schweröl- auf den emissionsärmeren LNG-Betrieb. 

Aufgrund der seit 2015 geltenden Abgasverordnung der internationalen Schifffahrts-Organisation (IMO) für die ECA-Bereiche (Emission Controlled Area) Nord- und Ostsee ist generell für die Seeschifffahrt ein sukzessiver Wechsel zu emissionsarmen Antrieben oder eine Abgasreinigungsanlage (Scrubber) angezeigt.

Bei genauer Prüfung haben wir uns aber für die Umrüstung auf den LNG-Betrieb entschieden: Scrubber haben eine deutlich schlechtere Umweltbilanz als LNG – und: sie verlängern quasi die weitere Nutzung von Schweröl. Aus Sicht der Wessels Reederei sollte deswegen Kurs auf umweltfreundliche Treibstoffe wie LNG genommen werden. 

Eine wichtige Herausforderung der LNG-Umrüstung liegt aber ohne Frage in der Finanzierung. Sie ist deutlich teurer und aufwändiger als der Einbau einer Abgasreinigungsanlage. Zusätzlich zum eingesetzten Eigenkapital ist – zumindest bei den ersten Umrüstungsprojekten – eine externe finanzielle Förderung elementar wichtig.


1.2 Erste Förderung

Über die „Maritime LNG Plattform“ in Hamburg, die sich regelmäßig mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) über ihre Aktivitäten austauscht, sind wir über mögliche Fördermöglichkeiten der Bundesregierung für LNG-Umrüstungsprojekte in der Seeschifffahrt informiert worden. Die Förderung wird im Rahmen der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung gewährt, mit der die Nutzung von LNG als umweltfreundlicher und emissionsarmer Treibstoff auch für den maritimen Bereich gefördert werden soll.

Mit Unterstützung von MAN haben wir daraufhin ein konkretes LNG-Umrüstungsprojekt beim BMVI vorgestellt und damit überzeugt. Im Ergebnis hat die Reederei Wessels vom BMVI offiziell am 15.10.2015 einen positiven Zuwendungsbescheid für das Projekt erhalten.

v.l.n.r.: Christian Peter Hoepfner Wessels Reederei, Dr. Hans J. Gätjens Bureau Veritas, Dr. Thomas Spindler MAN SE, Enak Ferlemann Parlamentarischer Staatssekretär BMVI, Tessa Rodewaldt Maritime LNG Plattform, Dr. Klaus Dieter Gerdsmeyer TGE Marine Gas E

v.l.n.r.: Christian Peter Hoepfner Wessels Reederei, Dr. Hans J. Gätjens Bureau Veritas, Dr. Thomas Spindler MAN SE, Enak Ferlemann Parlamentarischer Staatssekretär BMVI, Tessa Rodewaldt Maritime LNG Plattform, Dr. Klaus Dieter Gerdsmeyer TGE Marine Gas E